Wer strick- bzw. häkelbegeistert ist und schon lange in der Wollszene unterwegs ist, dem sind all die Fachbegriffe, wie Doubleface, UFO, Bobbel und viele andere, geläufig. Doch einem Neuling kann beim Lesen in Foren, Facebook-Gruppen oder Blogs schon mal in Anbetracht des Fachjargons angst und bange werden. Bettina Kalandra, bekannt unter ihrem Label Wollsternchen,  erinnert sich noch gut an die Zeit, als Stricken und Häkeln für sie ein neues Hobby werden sollte. Damals hatte sie den Eindruck, in den Handarbeits-Facebook-Gruppen würden sich nur Menschen von einem anderen Stern austauschen. Heute – einige Jahre später – versteht sie natürlich das Fachchinesisch. Und trotzdem ist es ihr nicht aus dem Sinn gegangen. Deshalb hat sie unter dem Titel HÄKELN/STRICKEN – DEUTSCH / DEUTSCH – HANDARBEITEN  viele Abkürzungen und Insiderbezeichnungen zusammengetragen und zu einem – sicher noch nicht vollständigen – Handarbeitslexikon aufgelistet. Dabei hat sie so manchen Begriff wortwörtlich genommen oder eigene Gedanken humorvoll eingearbeitet… Und bringt uns damit zum Schmunzeln, Strick- und Häkelanfänger ebenso wie den Profi, denn der erkennt sich vielleicht an so manchen Stellen wieder.😀

HÄKELN/STRICKEN – DEUTSCH / DEUTSCH – HANDARBEITEN

(Auszug aus dem Wollsternchen-Handarbeitslexikon)

Amigurumi: was ich nicht aussprechen kann, arbeite ich auch nicht. Und diese kleinen (wenngleich eher süßen) Tierchen und Figuren sind ohnehin nur etwas für wen mit einem laaangen Geduldsfaden und Gynäkologenhänden. (Das Wort kommt übrigens aus dem japanischen und setzt sich aus den Worten „stricken“ und „verpacken, einhüllen“ zusammen, nur so als Hinweis.)

an der Nadel hängen: gemeint ist natürlich die Häkel- oder Stricknadel, aber genauso wie Süchtige muss dieses Teil immer griffbereit sein, egal ob Wartezimmer, Flughafen oder im Auto.

Anleitungsgeier: „Und hast du da vielleicht die Anleitung dazu?“ Ein Satz, so lieblich formuliert, der Profis die Haare zu Berge stehen lässt. Es gibt Damen, die, egal, was sie sehen, die Anleitung haben wollen. Kostenlos natürlich. Arbeiten werden sie diese Teile nie, denn selbst wenn sie 268 Jahre alt werden würden, hätten sie nicht mal die Hälfte der gehorteten Anleitungen in die Tat umgesetzt.

annadeln: ähnlich wie anschlagen, klingt aber niedlicher und bezeichnet nichts anderes, als das drölfhundertfuchzigste Teil anzufangen (und nach 5 – 10 Reihen im Kasten verschwinden zu lassen, so man zu den UFO-Sammlerinnen (–>siehe UFO) gehört).

Bobbel: auch Sternchen, Wollie, Sweet oder ähnlich genannt. Korrekt heißt es Farbverlaufsgarn, wird handgewickelt aus mehreren, nicht verzwirnten Einzelfäden, bei denen alle paar hundert Meter ein Faden durch eine andere Farbe ersetzt wird.

Handarbeitslexikon - Bobbel handarbeitslexikon Das humorvolle Handarbeitslexikon von <i>Wollsternchen</i> Bettina Kalandra

Ein Bobbel

CAL: englische Abkürzung für Crochet ALong, also gemeinsames Häkeln eines Handarbeitsteils. In Wirklichkeit geniales Marketinginstrument für Anleitunges- und Wollverkäuferinnen, um möglichst viele Leute in eine Gruppe zu bekommen, die sich auf der Suche nach der ultimativen Anleitung freiwillig als Testobjekte zur Verfügung stellen. Gibt es auch für Strickerinnen, dann heißt es KAL.

Doubleface: eine Strickmethode, wo die Rückseite farblich gegengleich aussieht wie die Vorderseite. Ein Highend-Teil für UFO-Sammlerinnen. Wird nur fertig, wenn man den Gleichmut eines Esels besitzt.

Fallmaschen: Man könnte meinen, es handle sich hierbei um einen ungeschickten Neueinsteiger, der ständig seine Maschen fallen lässt. Weit gefehlt, es gibt Leute, die machen das ABSICHTLICH! Um Löcher zu erzeugen, bei denen Neulinge in bittere Tränen ausbrechen, weils mal wieder nicht geklappt hat. Wer bisher noch nicht überzeugt war, dass Häkel- und Stricktanten alle einen an der Klatsche haben, dürfte jetzt der letzten Zweifel beraubt sein.

Filethäkeln: kann auch von Veganern gemacht werden, weil das Teil witzigerweise gar nichts mit Fleisch zu tun hat. Feine Spitzenarbeit, die mit so irrigen Nadelstärken wie 0.5 gehäkelt wird.

Magic Ring: keine Ableitung von „Herr der Ringe“, sondern eine besondere Art, eine Häkelarbeit zu beginnen. Dabei wird der Faden dermaßen kompliziert verdreht, dass er sich am Ende zusammenziehen lasst und man sich den Horror erspart, 24 Stäbchen in 4 Luftmaschen zu kriegen.

Polytierchen: Wolle für Veganer. Garantiert tierfrei, dafür statisch leicht aufladbar und notfalls auch als Notstromaggregat verwendbar. (wissenschaftlich wird damit Wolle aus Polyester, Polyacryl oder ähnlich mit „Poly-“ beginnenden Suchtmitteln bezeichnet)

ribbeln, Ribbelmonster: auftrennen, Fehler beseitigen, ärgern. Meist kommt man erst ein paar Reihen später drauf, dass man etwas falsch gemacht hat und dann wird aufgetrennt oder eben geribbelt. Man sagt, das Ribbelmonster fordert bei jeder Handarbeit seinen Tribut. Manche lassen den Fehler drin und nennen es „persönliche Note“.

Springwolle: gemeingefährliche Wollknäuel, die ohne eigenes Zutun und Vorwarnung in den Einkaufskorb hüpft. Obwohl man sich fest vorgenommen hat, NIE wieder Wolle zu kaufen, bevor die daheimliegenden Berge nicht verbraucht sind.

Stino: Abkürzung für stinknormale Socken. Die Verbindung von „stink“ und „Socken“ hielt mich bisher erfolgreich davon ab, so etwas auch nur in Erwägung zu ziehen.

Strickliesl: keine liebevolle Bezeichnung für Strickerinnen, sondern ein Holzteil mit Loch in der Mitte und 4 Metallschlaufen oben. Man kann daraus einen dünnen Schlauch stricken, mit dem man weiß Gott was anstellt. Weckt meist Kindheitserinnerungen.handarbeitslexikon Das humorvolle Handarbeitslexikon von <i>Wollsternchen</i> Bettina Kalandra

UFOUnFertiges Objekt, also alles, was mit großer Begeisterung begonnen, aber niemals fertig wurde. Mittlerweile gibt es auf Facebook eine Selbsthilfegruppe für UFO-Sammlerinnen. Der Rekord liegt bei 40 begonnnenen Teilen, das älteste ist an die 30 Jahre alt.

Umschlag: Weder kalt noch warm und auch nicht für diverse Wehwehchen gedacht. Man wickelt den Wollfaden öfters um die Nadel, um ihn ihn der nächsten Reihe einfach wieder fallen zu lassen (–>siehe Fallmaschen). Dadurch entstehen Löcher,… aber das hatten wir schon. Auch beim Häkeln sind Umschläge sehr beliebt, um damit überhaupt etwas anderes als feste Maschen häkeln zu können. Hier darf der Faden allerdings keineswegs fallen gelassen werden, sonst hat man erst gar keine Masche. Alles sehr kompliziert.

von der Nadel gehüpft: liebevolle Bezeichnung für das überraschende, plötzliche Fertigstellen einer Handarbeit, die man vorher 200x verflucht hat und am liebsten aus dem Fenster geworfen hätte. Impliziert aber die Leichtigkeit, mit der das Stück ganz überraschenderweise fertig wurde und nicht als UFO (–>siehe UFO) endete.

Wollkotze: Das passiert, wenn man den Faden von innen heraus abarbeitet und sich ein ganzes Bündel Wollfaden löst. Dann hat man ein Fadendurcheinander vor sich liegen, welches es vorsichtigst und meist mühevoll aufzulösen gilt. Auch beim Ribbeln (–> siehe ribbeln) sieht der Wollhaufen danach so aus (und meist ist einem selber auch zum Kotzen, wenn man ribbeln muss).

Wollsucht: Wie der Name schon sagt, ist man süchtig. Je länger die Sucht dauert, desto mehr braucht man davon. gekauft wird sie beim Dealer  oder erhält sie als Springwolle. Um seine Sucht rechtzufertigen, werden Bilder von (je nach Natuerell) aufgeräumten Lagerhallen oder unkontrollierbaren Wollbergen gepostet, um andere um a) Mitleid anzuflehen oder b) anzugeben, was man nicht alles hat. Die Kommentare darunter reichen von „ich hab aber MEEHR“ (in Sandkastenlautstärke erzählt) bis zu „wow, du hast aber echt ein Problem“ (in oberlehrerhaftem Tonfall intoniert). Aber zumindest kann man sagen, dass man seine Sucht nicht vertuscht, sondern öffentlich dazu steht.

Dies ist eine kleine Auswahl aus dem humorvollen Handarbeitslexikon von Bettina Kalandra. Alle Fachbegriffe findest du auf der Seite Wollsternchen.

Über Bettina Kalandra

Handarbeitslexikon - Bettina Kalandra handarbeitslexikon Das humorvolle Handarbeitslexikon von <i>Wollsternchen</i> Bettina KalandraNach jahrelangem Austesten ihrer verschiedenen Talente hat Bettina Kalandra nun das passende Konzept gefunden, mit dem sie alles miteinander verbinden kann. Das erst in diesem Jahr gegründete Unternehmen Wollsternchen erfreut sich schon jetzt großer Beliebtheit. Nicht nur ihre grenzenlose Liebe zu Wolle, sondern auch ihr spirituelles Wissen und ihr schriftstellerisches Talent fließen in dieses Unternehmen mit ein . Auch das Webdesign erledigt Bettina selbstverständlich ganz allein. Das Motto ihres Unternehmens Handarbeit mit gutem Karma zeigt sich in allem was sie tut, sei es die Kreation von Farbverlaufsgarnen, Verkauf von Markenwolle oder das Erstellen eigener Anleitungen. Alles auf der Wollsternchen-Seite ist angelehnt an spirituelle Themen. Im hauseigenen Blog findet sich neben kostenfreien Anleitungen und kleinen Tutorials  auch immer wieder einiges zum Schmunzeln.

Wie schön, wenn man all das, was man gerne macht, in einem Unternehmen unterbringen kann, um damit dann auch sich selbst jeden Tag mehr als nur zufrieden stellt!

Als 4fache Mutter und nach 11 Jahren Selbständigkeit in verschiedenen Bereichen ist sie gewohnt, flexibel, diplomatisch und lösungsorientiert zu arbeiten. Dieses Mal hat sich aber auch, teils auf merkwürdigstem Wege, ein Herzensteam um sie gruppiert, das sie stetig unterstützt und hilft. Drum kann sie mit voller Überzeugung sagen:

Es gibt nichts Schöneres, als täglich aufzuwachen und sich unbändig auf die Arbeit zu freuen.

Liebe Bettina, es zeugt von unglaublicher Zufriedenheit, wenn man so etwas sagen kann. Da du zu den Glücklichen gehörst, können wir dir nur gratulieren. Wir wünschen dir weiterhin viel Glück und Erfolg mit deinem Wollsternchen-Unternehmen.

Herzlichen Dank dafür, dass wir dein humorvolles Handarbeitslexikon den sockshype-Lesern vorstellen dürfen.

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