Gestrickte Banderole mit Totenkopf an einem Fußgängerüberweg

Strickkunst ist provozierend und verschönernd. Auch in Köln ist Knit Art zu finden. Dieser Trend zerstört NICHT im Vergleich zum Graffiti.

Es ist wahrscheinlich einer der letzten schönen warmen Sonntage des Jahres. Ende September, man. Schon jetzt fallen die ersten Blätter doch bei gemütlichen Temperaturen jenseits der 20°C zieht es die Menschen doch noch in den Park, in die Cafés oder aufs Fahrrad.

Da gibt es das wahrscheinlich schönste Viertel Kölns – das belgische Viertel. Zwischen kleinen Boutiquen, jungen Designern lümmelt am Sonntagabend Alt und Jung bei einem Bier oder gediegen mit einem Glas Wein auf der Straße und plaudert über dies und das. Wer so lebt, kann auch am Montagmorgen entspannt mit einem vielleicht guten Gespräch vom Vorabend ins Büro gehen. Oder in die Fabrik, oder auf die Straße, oder im Bett liegen bleiben. „Einen Kaffee bitte!“, sagt die Mittvierzigerin im Kiosk am Brüsseler Platz. „Geht auf‘s Haus. Weil Sie gestern so lange warten mussten.“, antwortet die Bedienung mit türkischen Wurzeln. „Haben Sie denn noch gut Ihren Geburtstag gefeiert?“, schießt Sie hinterher. „Ja, und es ist sehr spät geworden. Ach, Sie können mich ruhig duzen!“

Und wer Sinn für die kleinen Dinge hat, und gerade kein tiefsinniges Gespräch mit der Frau aus dem Kiosk führt, entdeckt Knit-Art. Wer macht so etwas? Wow, es muss wohl geregnet haben oder jemand hat in einer längst vergessenen Kiste einen Haufen hässlicher Wolle gefunden.

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