Marie Rex, vielen bekannt unter Marie Obermann, zeigt auf ihrem Blog „vonmri“ nicht nur ausführliche, reich bebilderte Nähanleitungen ihrer neuen Garderobe, sondern liebt Refashion. Sie haucht dabei alten oder langweiligen Kleidungsstücken neues, wunderbares, anziehendes Leben ein. In unserem Interview erfahren wir mehr über die junge Frau, ihren Blog und ihre Nähleidenschaft.

Hallo Marie, ich freue mich, dass du dir die Zeit für unser Interview nimmst, obwohl du gerade wenig Zeit hast. Erzählst du uns ein wenig über dich und deinen Blog mit dem interessanten Namen „vonmri“?

Meinen Blog gibt es nun schon seit 2012. Ich hatte mich damals für den fast unausprechlichen Namen „vonmri“ entschieden, weil ich zum einen meinen Namen gern mit „Mri“ abkürze und zum anderen mochte ich die Ähnlichkeit im Schriftbild zu „von mir“. Schließlich sind die Anleitungen von Marie, aber Nachmacher können dann sagen: „Das ist von mir“. 

Ich habe viele Anleitungen für selbst- oder umgenähte Kleidung, Accessoires oder auch Kostüme. Ab und an biete ich auch ein kostenloses Schnittmuster zum Download an. Mit meinem Blog möchte ich gern Nähneulingen Mut machen und den Näh-Einstieg erleichtern.

Wo und wie hast du Nähen gelernt?

Die ersten Barbiekleidchen oder Taschen habe ich mit meiner Oma in der Grundschule genäht. Erst mit 17 oder 18 Jahren habe ich dann mit meiner eigenen Nähmaschine wieder zu nähen begonnen und Schritt für Schritt meine Nähkenntnisse verbessert. Manche Techniken habe ich durch Internettutorials gelernt, anderes habe ich mir sozusagen selbst zusammengereimt. Die wenigsten wissen, dass ich die französische Naht für halbtransparente Stoffe erfunden habe. Irgendwann habe ich dann aber leider erfahren, dass es diese Nähtechnik unter dem eben genannten Namen doch schon etwas länger gibt…

Refashion - Marie Rex-5  Marie Rex vom Blog „vonmri“ über Refashion von Kleidungsstücken

Das Kleid im Rockabilly-Style hat auch noch eine dekorative Rückseite mit einer Rückenschnürung. Mit diesem Kleid steht die Besitzerin auf jeder Party im Mittelpunkt.

Du zauberst superschöne Kleidungsstücke für die junge, moderne Frau. Woher bekommst du deine Inspirationen?

Meist nähe ich, was ich so nicht kaufen kann, oder was ich für überteuert halte. Ich schaue außerdem gern auf Pinterest oder anderen Nähblogs, was mein Kleiderschrank vertragen könnte. Manchmal kommt die Inspiration aber auch mit dem Stoff oder dem Kleidungsstück, welches umgenäht werden soll.

Nähst du nach speziellen Schnittmustern?

Ich hatte mal 2 Jahre lang das Burda-Magazin abonniert, wodurch sich einige Schnittmuster bei mir angehäuft haben. Für körpernahe Schnitte greife ich auch gern darauf zurück, wobei ich kein Freund vom Schnittmusterabpausen bin. Daher nähe ich meistens nach Schemaschnitt. Also Röcke aus Kreisen oder Oberteile aus Rechtecken, die immer leicht abgewandelt werden. Ich bin noch am Lernen, aber viele Schnittmuster kann man durch Abändern vorhandener Basisschnitte gut selbst erstellen.

Refashion - Marie Rex  Marie Rex vom Blog „vonmri“ über Refashion von Kleidungsstücken

Marie hat aus zwei T-Shirts eines gemacht. Aus einem Chiffon-Rest, farblich passend zu einem der T-Shirts, wird eine Rüschenkante angenäht. Solch tolle Shirts gibt es nicht von der Stange.

Was hat es mit dem „Frag-mich-Freitag“ auf sich?

Ich wollte gern eine Rubrik für theoretische Fragen schaffen. Angenommen, jemand hat einen übergroßen Rock gekauft oder geschenkt bekommen, möchte ihn aber gern tragbar machen. Dann kann man mir über das Kontaktformular auf meinem Blog schreiben, wo das Problem liegt, und was man sich vorstellt. Genau so gut könnte gefragt werden, was generell bei dem Kleidungsstück möglich wäre. An einem Frag-mich-Freitag würde ich dann einen Blogbeitrag mit Bildern oder Skizzen schreiben, der Vorschläge oder Tipps zur Herangehensweise enthält. So können andere Leser, die vor ähnlichen Problemen stehen, ebenfalls inspiriert werden oder Hilfe finden.

Refashion - Marie Rex-3  Marie Rex vom Blog „vonmri“ über Refashion von Kleidungsstücken

Zwischen beiden Bildern liegen 2 Konfektionsgrößen. Marie hat den Mantel mit dem Hahnentrittmuster komplett auseinandergenommen und zu einem schicken Kurzmantel wieder zusammengenäht.

Unter deinem Menüpunkt „Refashion“ zeigst du, wie du fertige Kleidungsstücke auseinandernimmst, umschneiderst, aufpeppst und auf diese Weise in tolle, extravagante Outfits verwandelst. Was reizt dich daran, Sachen einen neuen Look zu verleihen?

Mir geht es beim Refashioning darum, einzigartige Kleidungsstücke zu schaffen, die günstig sind und Materialien weiterzuverwenden, die andere vielleicht weggeschmissen hätten. Dabei versuche ich immer darauf zu achten, dass es nicht zu bastelprojektmäßig aussieht. Die fertigen Kleidungsstücke sollen nicht aussehen, als hätte man die Fetzen aus einem Altkleidercontainer verarbeitet. 

Wo findest du Kleidungsstücke, die du unbedingt unter deine Fittiche nehmen und verändern musst?

Die meisten Sachen stammen aus dem Sale und kosten daher selten mehr als 5 €. Den Rest bekomme ich meist von meiner Mutter oder über drei Ecken geschenkt. Generell fällt es mir echt schwer, Stoff in irgendeiner Form abzulehnen. Man könnte ja alles mal gebrauchen!

Auf dem Flohmarkt gucke ich auch ganz gern mal, aber da muss man wirklich Glück haben.

Refashion - Marie Rex-4  Marie Rex vom Blog „vonmri“ über Refashion von Kleidungsstücken

Ursprünglich war diese Peplum-Bluse eine überlange Hemdbluse in XL. Die raffinierte Schößchenbluse steht Marie ausgesprochen gut. Sie kann sie wunderbar mit einer Hose oder auch einem Bleistiftrock kombinieren.

Ich muss dir ein Kompliment zu deinen Anleitungen machen. Aufgrund der vielen Bilder und den Verweisen zu deinen tollen Nähtipps können sich auch Menschen mit ein wenig Näherfahrung an ein solches Projekt herantrauen. Hast du noch einen ganz kleinen Tipp für alle, die zum ersten Mal ein Kleidungsstück upcyceln oder refashion wollen, auf Lager?

Oh vielen Dank! Wer mich kennt, weiß, dass ich manchmal echt Probleme habe, mich verständlich auszudrücken. Daher freut es mich immer wieder zu hören, dass die Anleitungen recht hilfreich sind.

Nähneulingen rate ich, ruhig ambitioniert zu sein! Man muss nicht erst Kissenbezüge nähen, um zu lernen. Wenn man die Kissen nicht will, strengt man sich meiner Meinung nach nicht so sehr an, wie bei dem Wunschrock oder dem -kleid. Die eigenen Grenzen sollte man kennen, aber mit Geduld und ein paar Probenähten auf einem Stoffrest kann man auch als Einsteiger schon tolle Sachen schaffen. Hilfreich ist es immer, jemanden mit ein wenig Erfahrung dabei zu haben, um zur Not einzugreifen.

Aus Erfahrung kann ich sagen, dass man manchmal die Nähsachen beiseite legen sollte. Es gibt Tage, da folgt ein Fehler dem nächsten. Da muss man einfach pausieren.

Und es sei noch gesagt: Manchmal liegt es an der Technik! Aus unerfindlichen Gründen sind manche Nähmaschinen echte Miststücke. Gerade haben sie prima genäht, und plötzlich nur Schlingen und alles verzieht sich. Da kann man den Faden noch so oft einfädeln, alles säubern, nachjustieren und neu zusammensetzen. Weg damit 😉

Liebe Marie, vielen Dank für deine Antworten. Wir wünschen dir weiterhin viele kreative Ideen und lass uns alle daran teilnehmen.

Fotos – Quelle: Marie Rex

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