Wer für seine selbstgestrickten Werke ausgefallene, edle Garne verwendet, dem ist sicher schon einmal Wolle mit dem Label Pascuali begegnet.  Barbara von sockshype hat Herrn Pascuali in seinem Haus in Pulheim-Brauweiler besucht und ein interessantes Gespräch geführt:

Zunächst einmal bin ich sehr erstaunt, denn ich hatte mir Paul Pascuali viel älter vorgestellt. Ja, er sei 29 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Kinder, so berichtet er. Aus seiner Aussprache höre ich, dass er lange Zeit in einem Land mit spanischer Amtssprache gelebt haben muss. Auf meine Frage nach seiner Herkunft erklärt er, seine deutsche Mutter und sein italienischer Vater seien mit ihm nach Argentinien ausgewandert, als er zwei Jahre alt war. Als Argentinien 2001 in eine schwere Wirtschaftskrise fiel, sind seine Eltern nach Deutschland zurückgekehrt. 2003  folgt er ihnen.

pascuali_wolle_sockshype08  Paul Pascuali vertreibt edle Garne

Eine Auswahl unterschiedlichster Garne von Pascuali.

Über seine Frau, die Modedesign studiert hat, kommt er zur Wolle. Bei seinen beruflichen Plänen spielt zudem noch der Gedanke eine entscheidende Rolle, die aufgrund der Wirtschaftskrise stark verarmten Menschen in Argentinien zu unterstützen. Er beschließt Merino-Wolle von dort zu importieren und ist überrascht, wie gut sich die Wolle hier in Deutschland verkauft. Das ist der Anfang der Pascuali-Wolle.

Aufgrund seiner Motivation „beste Faser für beste Modekollektionen“ sucht er weltweit nach Herstellern unterschiedlichster, hochwertiger Wolle und findet sie.

In seinem lichtdurchfluteten Büro zeigt er mir einen Teil seines Wollangebotes. Da ist zum Beispiel die zarte, weiche Baby-Alpaka-Wolle oder ein 22-g-Knäuel der wertvollen Wolle aus Moschusochsenhaar, die  achtmal wärmer ist als Schafswolle und weicher als die Unterwolle der Kaschmirziege. Dieses leichte Knäuel reicht aus, um daraus ein warmes Paar Armstulpen zu stricken. Bei seiner Kaschmirwolle legt er ebenfalls Wert auf höchste Qualität, denn er weiß, dass Kaschmir nicht gleich Kaschmir ist. Noch hochwertiger und feiner ist die Wolle der Vikunjas. Stolz berichtet er, nur drei Anbieter würde diese seltene Wolle vertreiben. Er sei einer davon.

Doch seine Garne stammen nicht nur von Tierhaaren, sondern auch aus pflanzlichen Stoffen. Mais, Soja und Bambus haben positive Trageeigenschaften. Sie sind temperaturausgleichend, atmungsaktiv und wirken sogar leicht antibakteriell. Zu den neuesten Garnen gehören Milchproteinfasern. Sie werden tatsächlich aus Milch hergestellt. Herr Pascuali erklärt: Lässt man Milch stehen, setzt sich oben drauf eine feste Schicht, das sogenannte Kasein, ab. Hieraus wird letztendlich eine Faser gewonnen, die einen seidigen Glanz hat, weich ist und zudem noch die Haut pflegt. Das besondere an der Pascuali-Wolle ist, dass sie aus 100 % Milcheiweiß besteht und bestens für Babybekleidung geeignet ist.

Ganz wichtig ist es ihm, dass die Produktion nach sozialen und ökologischen Gesichtpunkten einwandfrei erfolgt. Deshalb fährt er selber zu den Herstellern und überzeugt sich vor Ort von der Einhaltung der Normen nach Fair Trade.

Wie importiert Pascuali nachhaltige Wolle?

So reiste er im vergangenen Oktober in den Nordwesten Argentiniens, um der Schur der seltenen Vikunjas beizuwohnen. Die Tiere, die zur Gattung der Kamele gehören, leben in einer Höhe von 3.500 bis 6.000 m in den Anden. Herr Pascuali hat bei seiner Reise eine große Strapaze auf sich genommen. Der Sauerstoffmangel in dieser hohen Region machte ihm stark zu schaffen. Aufgrund des frühen Wintereinbruchs wurden die Tiere allerdings nicht in die Dörfer getrieben und auch nicht geschoren.  Paul Pascuali steht voll dahinter. Er bezieht bewusst seine Wolle aus Argentinien, weil er hier sicher ist, dass der Schutz der vom Aussterben bedrohten Tiere vor dem Gewinn steht. Er berichtet von anderen Ländern, in denen die Vikunjas trotz kalter Temperaturen geschoren werden und dann elendig erfrieren. Nein, das ist nicht in seinem Sinne. Hier würde er keine Wolle kaufen.

Wolle ist für ihn nicht nur ein Geschäft, eine Einnahmequelle, sondern er strahlt eine Liebe zum Produkt aus, was sich sicherlich auf die Qualität und Vielfalt der Pascuali-Garne auswirkt.

Herr Pascuali hat sich im Laufe der Zeit ein ausgesprochen großes Fachwissen über Wolle angeeignet. Das reicht ihm aber noch nicht. Deshalb hat er sich entschlossen, Textiltechnologie an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach zu studieren. Sein Interesse gilt der Forschung und Weiterentwicklung von Fasern. Wenn man sieht, welche Kostbarkeiten Paul Pascuali uns Strickern und Strickerinnen derzeit anbietet, können wir gespannt sein, was nach dem Studium kommen wird.

pascuali_wolle_sockshype12  Paul Pascuali vertreibt edle Garne

Paul Pascuali in seinem lichtdurchfluteten Büro.

Wer sind die Kunden für Pascuali Wolle?

Mich interessiert sehr, wer die Pascuali-Kunden sind. Ohne lange zu überlegen, berichtet Paul Pascuali, überwiegend Frauen im Alter von 30 bis 55 Jahren würden in seinem Online-Shop bestellen. Da seine Internetseite derzeit nur in deutscher Sprache ist, kommen die Kunden überwiegend aus Ländern wie Deutschland, Österreich Schweiz. Ab Oktober wird es www.pascuali.de auch in Spanisch, Englisch und Russisch geben, als besonderen Service für die übrigen Kunden aus dem Ausland.

Mit verschiedenen Frauen, seinen Teststrickerinnen, steht er in regelmäßigem Kontakt. Ihnen schickt er kostenlos eines seiner Produkte zu und bittet sie, daraus – nach Belieben – etwas zu stricken und im Anschluss einen kleinen, aber ehrlichen Bericht über die Qualität und die Verarbeitungsfähigkeiten abzugeben. Diese Teststrickerinnen stellen die Wolle und ihre daraus gestrickten Produkte sowie den Test in ihren Blogs vor. Damit haben andere Kunden die Möglichkeit, sich ein besseres Bild von der Wolle zu machen und  auch wie sie bei einem fertigen Produkt wirkt. Ich finde, das ist eine tolle Idee.

Er weiß aber auch, dass Wolle bei der Auswahl durch die Hand gleiten muss. Der Stricker oder die Strickerin will Wolle fühlen, testen, ob sie weich oder kratzig ist. Auch die Farben können unterschiedlich auf dem Bildschirm wiedergegeben werden. Deshalb bietet er den kostenlosen Versand von Musterkarten an.

pascuali_wolle_sockshype02  Paul Pascuali vertreibt edle Garne

Musterkarten können bei Pascuali kostenlos angefordert werden.

Eines seiner Grundsätze ist, seine Kunden immer zur vollsten Zufriedenheit zu bedienen. Seine Händlerbewertung bei „Trusted Shops“ mit sehr gut unterstreicht dies sicherlich. „Perfekt, absolut empfehlenswert.“, „Schnell, korrekt und zuverlässig. Ich kann nur Positives sagen.“, „Schnelle Lieferung, gute Ware.“ sind nur ein paar der Kundenbewertungen.

Die unterschiedlichsten Fragen zu beantworten, gehört sicherlich auch zu seiner Kundenbetreuung. Manchmal sind die Fragen von Profistrickerinnen sehr ausgefallen. Dann nutzt er sein Netzwerk. Seine Frau, die Mitarbeiterinnen, Teststrickerinnen, sogar Kunden unterstützen ihn in einem solchen Fall, um die passende Antwort geben zu können.

Ich bin davon überzeugt, wir werden noch viel von ihm hören, denn Wolle ist für ihn nicht nur ein Geschäft, eine Einnahmequelle, sondern er strahlt eine Liebe zum Produkt aus, was sich sicherlich auf die Qualität und Vielfalt der Pascuali-Garne auswirkt.

Paul Pascuali, ich danke Ihnen dafür, dass Sie mir so viel Zeit gewidmet haben. Ich habe einen tollen Menschen kennengelernt mit tollen Garnen und wünsche Ihnen, bei der Umsetzung Ihrer Pläne weiterhin viel Erfolg.

Hier kommen Sie zum Online-Shop Pascuali von Herrn Pascuali.

Hier kommen Sie zu verschiedenen Garn-Tests:

Muskgora-Wolle  – 50 % Moschusochsenhaar und 50 % Angorawolle

Baby-Alpaka-Wolle – 100 % Baby Alpaka

Nube   – 80 % Lammwolle, 10 % Kaschmirwolle und 10 % Angorawolle

Maulbeerseide – Seide

Magique Bison Cashmere – 50 % Bison, 50 % Kaschmir

Angora suave  100 % Angora

Tambo – Wolle aus Milcheiweiß

Mais – Viskosewolle aus Mais

Alpaka fino – Alpakawolle

Re-Jeans – Wolle aus recyceltem Jeansstoff

Pinta   – 60 % Wolle, 20 % Seide und 20 % Bambus

Venezia  – 60 % Wolle, 20 % Seide und 20 % Bambus zusammen

silk iceland  – 100 % Seide

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