Sie hießen Carina, Meine Masche, Constanze, Sandra, Ingrid, Nicole, Handarbeitszeitschriften in den 80ern. Der Stricktrend kommt wieder.

Lange war es  ruhig geworden ums Stricken und Häkeln. Noch in den 80er Jahren schossen die Handarbeitsgeschäfte wie Pilze aus dem Boden. Die Regale der Zeitschriftenläden bogen sich mit vielen verschiedenen Handarbeitszeitungen, die in monatlichen Abständen erschienen.

Sie hießen zum Beispiel: Carina, Meine Masche, Constanze, Sandra, Ingrid, Nicole und zeigten unter anderem Anleitungen für Pullis mit weiten Raglan-Ärmeln. Dazu trug man große Brillen und hatte eine Minipli-Frisur. Für Kinder wurden niedliche Pullis mit Elefanten, Mickeymäusen oder Eisenbahnen gestrickt.

Die Menschen strickten überall. In der Schule, in der Uni, allerorts klapperten die Nadeln. Dann kamen Hobbys wie Seidenmalerei und Window Color auf und das Stricken und Häkeln verlor an Attraktivität. Die Handarbeitsgeschäfte verschwanden langsam aus unseren Städten und auch die Zeitschriftenregale füllten sich mit Zeitschriften über die neuen Hobbys.

Doch seit einiger Zeit erlebt das Handarbeiten wieder eine Renaissance. Aus Amerika schwappte der Trend hinüber zu uns. Viele, überwiegend Frauen, finden wieder Spaß daran, mit eigenen Händen etwas ganz Individuelles zu schaffen: ihr Unikat.

Strickpulli der 80er stricktrend Revival: Der Stricktrend der 80er kommt wieder

Strickmuster waren beliebt in den 80ern

Im Vergleich zu der Strickwelle aus den 80ern finden die Strick- und Häkelanhänger ihre Anregungen im Internet. Es fängt schon damit an, dass die jungen Menschen gar nicht mehr Stricken oder Häkeln können, denn Handarbeitsunterricht wurde aus dem Lehrplan der Schulen gestrichen. Nun finden sie genügend Videos auf youtube, die sehr anschaulich die Grundkenntnisse im Stricken und Häkeln vermitteln. In Foren tauschen sich Stricker und Häkler über Material, Muster, Anleitungen und vieles mehr aus und geben sich Tipps, wenn es mal nicht so klappt, wie es sollte.  Dann gibt es noch unzählige Blogs, in denen Frau und manchmal Mann ihre/seine Werke vorstellen. Ab und zu findet man dort auch noch ein leckeres Rezept, das der Blogger oder die Bloggerin ausprobiert hat. Die Leser des Blogs nutzen die eingebaute Kommentarfunktion, um ihre meist positive Meinung kundzutun. Über das Medium Internet findet also eine rege Kommunikation statt.

Doch damit ist noch nicht genug. Das Internet bietet den fleißigen Handarbeitern auch noch ein virtuelles Lädchen an. Auf der Plattform von dawanda oder etsy haben hunderte Menschen shops mit wunderschönen Namen eröffnet und bieten ihre kreativen Produkte dort allen an, die etwas Individuelles haben möchten, aber keine Lust oder nicht die Fähigkeiten und Ausdauer haben, selber zu stricken, zu häkeln oder zu nähen. Die Stricker, Häkler oder Näher verkaufen im Internet nicht nur ihre Waren, sondern sie beschaffen sich hier oftmals auch ihre Materialien. In unzähligen Online-Shops werden qualitativ hochwertige Wolle, ausgefallene Stoffe, hübsche Knöpfe, Reißverschlüsse in allen Farben und Längen, Strick- und Häkelnadeln, aber auch Strick- und Nähmaschinen angeboten.

Wenn ihr jetzt denkt:

Boah, ist das langweilig. Alle sitzen vor ihren Bildschirmen und kommunizieren nur auf diesem Wege.

Weit gefehlt! Ähnlich wie bei den T…per-Partys wird zu Strickpartys eingeladen. Diesmal werden keine Plastikdosen mitgebracht, sondern Wolle und entsprechendes Zubehör. Zum Schnacken, Klönen und Stricken oder/und Häkeln finden in größeren Städten Strick- und Häkeltreffs statt. Andere kommunikative Treffen sind die sogenannten“Zugsocking“-Treffen. Strickgruppen verabreden sich in Foren und fahren in der Regel am Wochenende gemeinsam mit einem Regionalexpress in entfernt gelegene Strickcafés, besondere Handarbeitsläden oder zu Ausstellungen. Auf den Zugfahrten wird gestrickt, Strickmuster ausgetauscht und Freundschaften  geschlossen.

Reportage auf NDR – Hallo Niedersachsen über zucksocking

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