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Das Ende von kostenlosen Anleitungen? Artikel 13 17 betrifft auch die Handarbeit!

Am Samstag demonstrierten in Hamburg, Köln, Berlin und München mehrere 100.000 Menschen gegen den Artikel 17 (ehem. Artikel 13). Das Gesetz könnte die freie Nutzung des Internets wie z.B. Strick- und Nähvideosvideos auf YouTube oder den Austausch auf Facebook enorm einschränken.

Für viele Zuschauer scheint die Aufregung über den geplanten Artikel 17 (ehem. Artikel 13) nicht nachvollziehbar. Am Dienstag stimmt das EU-Parlament über die geplante Urheberrechtsreform ab. Der Artikel 17 besagt inhaltlich, dass große Plattformen wie YouTube, Twitch, Facebook und Instagram zukünftig für Inhalte haften, wenn das Urheberrecht verletzt wurde. Genau dafür planen die Plattformen so genannte Upload-Filter einzusetzen, die alle Inhalte beim Hochladen auf fremde Inhalte in Text, Bild und Ton überprüfen und eine Veröffentlichung ggf. verhindern.

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In dieser Debatte muss die Konsequenz von Artikel 17 (ehem. Artikel 13) vorausschauend berücksichtigt werden.
Mark, YouTuber und Autor von sockshype.com

Doch die Upload-Filter sind fehleranfällig. Auch bezugnehmende Inhalte, Satire, Kunst und Meinungsäußerungen können automatisch zensiert werden. Und natürlich auch Strick- und Nähvideos.

 

Der Schutz der Urheber ist wichtig

Grundsätzlich unterstützen wir Autoren jede Maßnahmen zum Schutz des Urheberrechts. Jeder Autor, Künstler und Inhaltsersteller muss insbesondere im Internet besser geschützt werden. Vor wenigen Tagen machte eine YouTuberin aus der Nähszene in ihrer Instagram-Story darauf aufmerksam, dass nicht nur ihre Videos, sondern auch Inhalte von anderen YouTubern unserer Community kopiert wurden.

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Häufig hören wir von Bloggern oder kleinen Shop-Betreibern, dass ihre Anleitungen kopiert wurden. Um rechtlich gegen Diebstahl vorzugehen bedarf es leider großer finanzieller Mittel und viel Zeit, die oft nicht zur Verfügung stehen. Die Folge: Die Qualität der Inhalte sinkt.

Auch unsere Inhalte werden kopiert!

Wir könnten euch abendfüllende Vorträge halten, in denen wir unsere Anleitungen und Bilder auf anderen Seiten wieder finden. Es gibt sogar große Unternehmen, dessen Social-Media-Abteilung unsere Inhalte für einen identischen Beitrag auf ihrer Seite kopiert. Das ist zwar ein tolles Kompliment, aber nicht in unserem Sinne und verboten.

Manchmal genügt eine kurze E-Mail und die Inhalte werden zügig entfernt. Häufig stoßen wir jedoch auf großes Unverständnis, warum es nicht erlaubt ist, unsere Inhalte zu kopieren. Dass hinter unseren Strick- und Nähanleitungen viel Arbeit steckt, realisieren die wenigsten Nutzer.

Doch warum sehen auch wir den Artikel 17 (ehem. Artikel 13) der geplanten Urheberrechtsreform des EU-Parlaments kritisch?

Wenn wir zukünftig in einer Facebook-Gruppe ein Bild hochladen, entscheidet der automatische Upload-Filter, ob unser Foto zensiert oder veröffentlicht wird.

Artikel 13: Facebook-Austausch nicht mehr möglich

Von der Anwendung betroffen sind die großen Plattformen wie YouTube, Twitch, Facebook und Instagram. Unabhängig der Fragen: Zahlen diese Plattformen in Europa ausreichend Steuern? Ist die Monopolstellung der Milliardenkonzerne vertretbar? Wie stark beeinflusst das auf Werbung basierte Geschäftsmodel unsere Gesellschaft? In dieser Debatte muss die Konsequenz von Artikel 17 (ehem. Artikel 13) vorausschauend berücksichtigt werden!

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Axel Voss macht sich für Upload-Filter stark

Ein Name, der in dieser Debatte häufig fällt, ist der von CDU Politiker Axel Voss. Der Mann, der als Abgeordneter des europäischen Parlaments unsere Interessen vertritt, scheint die Tragweite dieses Gesetzerlasses nicht zu verstehen. Denn: Alle Unternehmen, die bereits Millionen in die Entwicklung der Upload-Filter investiert haben, können eine fehlerfreie Zensur des Internets nicht garantieren.

Wenn wir zukünftig in einer Facebook-Gruppe ein Bild hochladen, entscheidet der automatische Upload-Filter, ob unser Foto zensiert oder veröffentlicht wird. Selbst, wenn wir Urheber des Fotos sind, oder eine Erlaubnis zum Upload haben.

Artikel 13: Kostenlose YouTube-Anleitungen werden zensiert

Unter dem Aspekt, dass Inhalte von YouTubern unerlaubt kopiert werden, scheint ein Upload-Filter Sinn zu machen. Doch wenn dieser nicht fehlerfrei funktioniert, können YouTuber zukünftig gar keine Videos mehr hochladen.

Kostenlose Anleitungen und Videos auf YouTube zensiert

Der gesetzlich notwendige Upload-Filter betrifft nicht nur YouTuber, die sich zum Beispiel satirisch oder in einem sog. Reaction-Video (reagieren auf ein anderes Video) auf ein fremdes Video beziehen.

Wenn wir für unsere YouTube-Videos ein Musikstück oder eine Grafik erstellen oder eine Lizenz dafür erwerben, um diese in unseren Anleitungsvideo zu nutzen, schlägt ein Upload-Filter Alarm.

Zukünftig könnten wir also keine YouTube-Videos zum Thema Stricken, Nähen oder DIY mehr auf YouTube veröffentlichen.

Melden-Funktion bei sockshype.com

Wie gehen wir auf sockshype mit dem Thema Urheberrecht um? Leser finden unter jedem Beitrag eine “Melden”-Funktion. Wenn also ein Leser das Urheberrecht in einem Beitrag verletzt sieht, kann er uns dies per E-Mail mitteilen. Nach einer manuellen Prüfung entscheiden wir, ob Konsequenzen notwendig sind.

Wie ist deine Meinung zum Thema Artikel 17 (ehem. Artikel 13)? Hast du dich bereits damit auseinander gesetzt?

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Mentor

Geschrieben von Mark

Wohnt in Hamburg. Stammt aus Köln, absolvierte dort sein Designstudium. Hatte die Idee zu sockshype 2010, als er täglich zur einer Werbeagentur nach Düsseldorf pendelte. Gründete mit Marit 2016 Makema.de.

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