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Carolin Schwarberg gezeichnet von ihrer Schwester, die Illustratorin und Cartoonistin Bettina Bexte.
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Carolin Schwarberg im Interview

Die Strickdesignerin Carolin Schwarberg entwirft Strickanleitungen u. A. für die Zeitschrift “Brigitte”. Ein Interview mit der Hamburgerin.

Wenn ich mich mit Carolin Schwarberg treffe, dann immer in einem anderen Café in Hamburg. Die Strickdesignerin lässt sich von den Menschen um sich herum zu neuen Strickideen inspirieren. In der Altbauwohnung der Hamburgerin gibt es unzählige Wollknäuel in unterschiedlichen Farben und Arten. Auf dem großen runden Küchentisch, dem Herz ihrer Wohnung, liegen mindestens sieben halbfertige Strickprojekte. Wenn Carolin für Strickzeitschriften arbeitet, dann hat sie drei bis vier Monate Vorlaufzeit, bis ihre Arbeiten veröffentlicht werden.

Zwischen Kaffee und Wolle unterhalte ich mich mit Carolin Schwarberg. Ein Interview.

Buch: Cozy Knitting von Carolin Schwarberg [object object] Carolin Schwarberg im Interview
Buch: Cozy Knitting von Carolin Schwarberg

Interview mit Carolin Schwarberg

Von der Woll- und Farbauswahl über die Entwürfe von Modellen bis zum Schreiben der Strickanleitung kommt alles von dir. Wie sieht ein Tag von Carolin Schwarberg aus? 

Hm, schwer zu beantworten. Bei mir ist jeder Tag anders. Ich mag es gegen den Strom zu schwimmen. Wenn Sonntags die meisten Leute freimachen, dann schreibe ich Anleitungen. In der Woche, wenn die meisten Leute arbeiten, sitze ich mit Freundinnen im Café. Nachmittags, wenn dann andere Menschen im Café frei machen, hole ich mein iPad raus und mache Entwürfe. Nachts, wenn die meisten Leute schlafen, kann ich nicht aufhören zu stricken…

„Was möchte ich anziehen oder was brauche ich.“ Das ist glaube ich sehr wichtig. So verliere ich nicht den Bezug zum Eigentlichen.

Bücher der Autorin Carolin Schwarberg

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Laufsteg oder Straße: Woher nimmst du deine Inspiration für neue Strickmodelle?

Beides und noch mehr: ich laufe einfach durch die Läden und probiere Klamotten an, ich schaue überall rum und entdecke zum Beispiel Farbkombinationen oder Strukturen in der Natur.

Deine Ideen und Strickprojekte sind auch häufig funktional. Wie kommst du auf die Ideen?

Immer wieder komme ich an den Punkt, an dem ich mich frage: „Was möchte ich anziehen oder was brauche ich.“ Das ist, glaube ich, sehr wichtig. So verliere ich nicht den Bezug zum Eigentlichen. Ansonsten kann man sich sehr schnell im Design verlieren; klar kann ein Pulli mit riesen Ausschnitt und nur einem Ärmel gut gestylt sehr Hipp aussehen, aber wer will das im Alltag tragen?

Immer mehr Menschen finden diesen Ausgleich im Häkeln und Stricken.

An welches deiner vielen Projekte denkst du besonders gerne zurück?

In 15 Jahren kommt da einiges zusammen. Das Lustigste war ein privates Projekt: ich war mit meiner Tochter im Sommer in einem Beachclub in Hamburg und wir waren total überrascht, dass es dort auch einen Pool gab. Leider hatten wir für sie keinen Bikini dabei… aber natürlich hatte ich Wolle und eine Häkelnadel in der Tasche! Ich häkelte für sie eine Bikinihose und damit konnte sie kurze Zeit später in den Pool springen!

Strickdesign von Carolin Schwarberg (Model: Jule) [object object] Carolin Schwarberg im Interview
Strickdesign von Carolin Schwarberg (Model: Jule)

Von der Passion zur Mission: Wie siehst du die Zukunft des Strickens?

In unserer hochtechnisierten und hektischen Zeit sehnen wir uns oft nach einem Gegenpool, der uns Ruhe und Ausgeglichenheit schenkt. Immer mehr Menschen finden diesen Ausgleich im Häkeln und Stricken. Aber nicht nur das, etwas Eigenes mit dem Händen zu erschaffen und vielleicht damit einen anderen Menschen zu beschenken, macht nicht nur den Beschenkten glücklich. Aus diesem Grund sehe ich meine Arbeit als Beitrag zur Gestaltung eines friedlichen Umgangs miteinander; es ist sozusagen mein klitzekleiner Beitrag zu mehr Frieden in dieser Welt.


Ich danke Carolin Schwarberg für das Interview.

Zeichnung Titelbild: Illustratorin und Cartoonistin Bettina Bexte

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Geschrieben von Mark

Wohnt in Hamburg. Stammt aus Köln, absolvierte dort sein Designstudium. Hatte die Idee zu sockshype 2010, als er täglich zur einer Werbeagentur nach Düsseldorf pendelte. Gründete mit Marit 2016 Makema.de.

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