Pulloverpoesie von den Rausfrauen

Es gibt so viele Menschen, die was machen wollen, aber irgendwo sitzten, wo sie mit dieser Idee allein sind oder keinen eigenen Blog haben, aber Lust, auch mal aktiv zu werden.

Die Rausfrauen stellen ein Lied über das Stricken auf Youtube.

Worin liegt eigentlich der Unterschied zwischen einem kapitalistischen und einem emotionalen Strickpullover? Die Individualität? Der Preis? Die modische Akzeptanz? Oder die emotionale Verbundenheit?

Werbung

Nun kann ich mir natürlich an einem Samstagvormittag in Düsseldorf auf der Kö für mehrere 100 € einen wunderschönen Strickpullover zulegen und die Wahrscheinlich, dass ich in meinem ganzen Leben keinen Menschen treffe, der exakt den gleichen Strickpullover aus Cashmere mit doppeltem Zopfmuster trägt ist sogar groß.

Somit ist die Individualität – objektiv betrachtet – eine Gemeinsamkeit.

Gute Wolle im Einzelhandel hat ihren Preis. Das wissen wir spätestens seit dem 251,28 € Patchwork-Srick-Decken-Projekt, dabei war die Arbeitszeit noch nicht einmal einkalkuliert. Auch wenn kapitalistisch produzierte Strickpullover durchaus günstiger hergestellt werden können, muss spätestens für die Ladenlokalmiete (und die ist auf der Kö nicht billig) sowie für die Familie des Einzelhändlers etwas herausspringen.
Gut, ebenfalls Gleichstand.

Die modische Akzeptanz: Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Punkt.

Werbung

Deine beste Freundin sagt dir bereits seit 4 Wochen jegliche Verabredung ab, erscheint nicht mehr zu eurem alldonnerstagabentlichen GNTM Mädelsabend, findet plötzlich alle Matthias Schweighöfer-Filme doof & antwortet nur knapp auf SMS.

Doch nun kommt die emotionale Verbundenheit ins Spiel, die uns den eigentlichen Unterschied zwischen kapitalistischen und emotionalen Strickpullovern eröffnet. Folgende Situation:

Werbung

Klar, sie hat dir nach 22 Jahren die Freundschaft gekündigt. Grundlos. Doch dann steht sie am Donnerstagabend um 19:30 Uhr plötzlich vor deiner Türe. Mit einem Pullover. Selbstgestrickt. Das kann kein kapitalistischer Pullover.

Einen Dank an die Rausfrauen.

Es gibt so viele Menschen, die was machen wollen, aber irgendwo sitzten, wo sie mit dieser Idee allein sind oder keinen eigenen Blog haben, aber Lust, auch mal aktiv zu werden.

Melden

Werbung
Unterstützer(in)

Geschrieben von Mark

Wohnt in Hamburg. Stammt aus Köln, absolvierte dort sein Designstudium. Hatte die Idee zu sockshype 2010, als er täglich zur einer Werbeagentur nach Düsseldorf pendelte. Gründete mit Marit 2016 Makema.de.

Wie gefällt dir der Artikel?

34 Punkte
Upvote Downvote

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere

Lädt…

0

Kommentare

0 Kommentare

Videovorschau

Alexandra Kretschmer von Puschenzwerge.de