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Socken mit Zunahmeferse stricken

Eine interessante Ferse für einen guten Sitz der Socke bei einem hohen Spann

Zunahmeferse

Auf sockshype habe ich euch schon einige Fersen gezeigt. Angefangen von der Käppchenferse, der Bumerangferse, der beliebten Herzchenferse bis hin zur Shadow-Wrap-Ferse. Nun habe ich eine neue Ferse ausprobiert, die Zunahmeferse.

Besonders bei den mehrfarbigen skandinavischen Socken war mir – anstelle der Fersenwand auf der Rückseite der Socke – ein Keil aufgefallen, der meist bei diesen traditionellen Socken in einem anderen Muster gestrickt wird. Natürlich kann der Fersenkeil, wie bei meinen Socken, mit einem Verlaufsgarn oder auch einem unifarbenen Garn gearbeitet werden. Im Fall des Verlaufsgarnes werden die Streifen über den Keil fortgeführt.

Sobald der Fersenkeil fertig ist, werden die zugenommenen Maschen über die Mitte der Fersenmaschen wieder auf die ursprüngliche Maschenzahl reduziert. Ähnlich wie bei der Herzchenferse wird hierbei mit verkürzten Reihen gearbeitet.

Fersentritt bei der Zunahmeferse - ähnlich wie die Herzchenferse
Maschenabnahme nach dem Fersen-Keil erfolgt durch verkürzte Reihen wie bei der Herzchenferse

Gerade für Menschen, die aufgrund eines hohen Spanns mehr Weite an der Ferse benötigen, ist die Zunahmeferse ideal und bietet ihnen eine gute Passform.

Socken mit Zunahmeferse - Passform
Eine gute Passform für alle, die etwas mehr Weite für die Ferse benötigen.

So kannst du die Zunahmeferse stricken

Der Fersenkeil

Hier möchte ich dir zunächst einen kleinen Hinweis geben zum Zunehmen von Maschen aus dem Querfaden. Je nachdem, wie du den Querfaden auf die linke Nadel führst, entscheidest du, ob deine Masche eine Neigung nach links oder rechts erhält.

Neigung nach links – die Masche nennt man M1L
Du führst deine linke Nadel von vorne nach hinten unter den Faden zwischen den beiden Maschen der Vorreihe. Stricke diese Schlinge rechts verschränkt ab.

Neigung nach rechts – die Masche nennt man M1R
Du führst deine linke Nadel von hinten nach vorne unter den Faden zwischen den beiden Maschen der Vorreihe. Stricke diese Schlinge rechts ab.  Dabei verdrehst/verschränkst du die Schlinge.

Im ersten Teil der Zunahmeferse strickst du weiter in Runden und arbeitest dabei zwischen letzter und erster Nadel in jeder zweiten Runde folgendermaßen den Fersenkeil ein:

  1. In der letzten Runde vor Beginn des Keils strickst du alle Maschen in deinem Sockenmuster bis eine Masche vor Rundenende. Setze nun einen Maschenmarkierer und arbeite danach eine Masche aus dem Querfaden mit Neigung nach links, M1L. Stricke die letzte Masche von Nadel 4 als rechte Masche. Auf Nadel 1 arbeitest du zunächst eine rechte Masche. Im Anschluss folgt eine Zunahme aus dem Querfaden mit Neigung nach rechts, M1R. Setze danach einen weiteren Maschenmarkierer. Die restlichen Maschen dieser Runde strickst du weiter im Muster.
  2. Stricke die folgende Runde (bis zum Maschenmarkierer auf Nadel 4) wird ohne Zunahmen. Dabei strickst du die vier Maschen des Fersenkeils (zwischen den Maschenmarkierern) rechte Maschen.
  3. Du befindest dich nun vor dem Maschenmarkierer auf Nadel 4. Hebe den Maschenmarkierer auf die Arbeitsnadel. Es folgt eine M1L. Arbeite alle Maschen bis zum nächsten Maschenmarkierer werden rechts. Nun folgt eine M1R. Hebe den Maschenmarkierer auf die Arbeitsnadel und stricke die Runde weiter in deinem Muster.
  4. Arbeite die folgende Runde (bis zum Maschenmarkierer auf Nadel 4) wird ohne Zunahmen.
  5. Wiederhole die Punkte 3 und 4. Du endest, wenn du insgesamt so viele Runden gearbeitet hast, wie die ursprüngliche Anzahl der Maschen auf deinen Nadeln 4 und 1 abzüglich 2 Maschen ist. Beispiel: Du hast bei Größe 38/39 auf den Nadeln 4 und 1 vor den Zunahmen 30 Maschen, dann strickst du 30 minus 2, also 28 Runden und hast so beidseitig jeweils 14 Maschen zugenommen.
Zwischen den Maschenmarkierern befindet sich der Fersenkeil.

Nun reduzierst du die Zunahmen wieder

Sobald der Fersenkeil für die Zunahmeferse die entsprechende Größe erreicht hat, kannst du die Zunahmen wieder abnehmen. Dazu wird ähnlich wie bei dem Herzchen der Herzchenferse mit verkürzten Reihen gearbeitet. Dabei strickst du hier in Hin- und Rückreihen.

Du befindest dich derzeit wieder am Rundenanfang, also zwischen Nadel 4 und Nadel 1.

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  1. Hinreihe 1: Zunächst folgt ein Überzug: eine Masche wird wie zum Linksstricken abgehoben, die nächste Masche wird rechts gestrickt, die abgehobene Masche wird über die Gestrickte gezogen. Stricke danach eine Masche rechts. Wende.
  2. Rückreihe 1: Hebe die erste Masche wie zum Linksstricken ab. Arbeite eine linke Masche. Stricke dann zwei Maschen links zusammen. Es folgt eine linke Masche. Wende.
  3. Hinreihe 2: Hebe die erste Masche wie zum Linksstricken ab. Stricke zwei rechte Maschen (bis vor die abgehobene Masche in der vorherigen Reihe. Es folgt ein Überzug (s. Hinreihe 1), im Anschluss eine rechte Masche. Wende.
  4. Rückreihe 2: Die erste Masche wird wie zum Linksstricken abgehoben. Es werden drei linke Maschen gearbeitet, dann zwei Maschen links zusammengestrickt, 1 linke Masche. Wenden.
  5. Hinreihe 3: Die erste Masche wird wie zum Linksstricken abgehoben. Es folgen vier rechte Maschen bis zur abgehobenen Masche in der vorherigen Reihe. Arbeite einen Überzug sowie eine rechte Masche. Wende.
  6. Rückreihe 3: Hebe die erste Masche wie zum Linksstricken ab. Es werden fünf linke Maschen gearbeitet. Stricke dann zwei Maschen links zusammen und im Anschluss eine linke Masche. Wende.
  7. Wiederhole die Hin- und Rückreihen, indem du jeweils die erste Masche abhebst., dann bis eine Masche vor der entstandenen Lücke strickst. In den Hinreihen folgt ein Überzug, in den Rückreihen werden zwei Maschen links zusammengestrickt. Die folgende Masche wird in den Hinreihen rechts, in den Rückreihen links gearbeitet. Du endest, wenn du auf Nadel 4 und 1 die ursprüngliche Maschenzahl erreicht hast (Bei Größe 38/39 sollten sich auf jeder Nadel nun 15 Maschen befinden.)
Die Maschen bei der Zunahmeferse werden – ähnlich wie bei einer Herzchenferse reduziert.

Damit ist die Zunahmeferse beendet. Weiter geht es mit dem Fuß.

Die Zunahmeferse mit Fersenkeil und Reduzierung der zugenommenen Maschen auf der Fußunterseite.

[Werbung] Das verwendete Garn für diese Socken ist OPAL Sockenwolle “Schaumschläger” aus der Kollektion “Freche Freunde”.

Opal Sockengarn - Freche Freunde - 4fach 9762 Schaumschläger
5 Bewertungen

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Geschrieben von Barbara

Kommt aus Köln. Tüftelt täglich an neuen Ideen & Anleitungen. Besucht gerne Handarbeitsmessen und knüpft immer zufällig neue Kontakte. Sie ist die erfahrenste Strickerin unter den Autoren. Alle Artikel von Barbara ansehen.

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Ein Kommentar

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  1. Hallo liebe Barbara danke für die ausführliche Beschreibung der Zunahmeferse , das hab sogar ich aufs erste mal verstanden , , ich denk mal , dass diese Ferse für meine Füsse nichts ist , loddelt bestimmt , ( ich stricke nach deiner Anleitung für uns die Herzleferse ) , aber ich werde sie in jedem Fall ausprobieren
    liebe Grüsse Bärbel

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