Schon vor längerer Zeit wurden wir von der Firma Selter zu einer Werksbesichtigung bei addi eingeladen. Im September war es dann soweit. Mein Mann und ich haben uns auf den Weg nach Altena gemacht, einer Kleinstadt im Sauerland, inmitten von bewaldeten Hügeln, kurvigen Straßen und am Flussbett der Lenne gelegen, um zu sehen wo und wie deine und meine Strick- und Häkelnadeln gefertigt werden.

Werksbesichtigung bei addi - Altena_Lenne werksbesichtigung bei addi Werksbesichtigung bei addi: Qualitätsnadeln - Made in Germany

Die Lenne bei Altena

Über der hübschen, blumengeschmückten Stadt thront die vollständig restaurierte Burg Altena, die Magnet für viele Besucher im Ort ist. Vor allem der Erlebnisaufzug erleichtert nicht nur den Aufstieg, sondern im 90 m langen Gang werden südwestälische Sagen mittels moderner Museumstechnik erlebbar gemacht.

Werksbesichtigung bei addi - Burg Altena werksbesichtigung bei addi Werksbesichtigung bei addi: Qualitätsnadeln - Made in Germany

Die Burg Altena thront 80 m über der Stadt.

Vorbei an mehreren Drahtfirmen erreichen wir den Ortsteil Dahle, wo addi seine Produktionsstätten und seine Verwaltung hat. Seit dem Jahr 1829 produziert hier die Familie Selter bereits in sechster Generation Strick- und Häkelnadeln unter der Marke addi und ist das einzige Unternehmen in Europa, das ein Komplettsortiment an Strick- und Häkelnadeln fertigt. Die addi Produkte sind weltweit gefragt und werden in über 50 Länder geliefert. Skandinavien und Amerika sind die Nationen mit den höchsten Absatzzahlen.

Es sind bis zu 25 Arbeitsschritte nötig, um zum großen Teil in Handarbeit hochwertige Handarbeitswerkzeuge zu fertigen.

Stricknadeln – Made in Germany

Werksbesichtigung bei addi - Rohlinge vor der Produktion werksbesichtigung bei addi Werksbesichtigung bei addi: Qualitätsnadeln - Made in Germany

Stricknadelrohlinge werden in ausreichender Menge bevorratet.

Der Firmenchef Thomas Selter führt uns höchstpersönlich durch die Fertigungshallen und zeigt uns, dass die addi-Nadeln tatsächlich „made in Germany“ sind. Die Rohlinge für die Rundstricknadeln sind Metallröhrchen, die in Kästen, nach Länge und Durchmesser sortiert, gelagert werden. Ein ausgeklügeltes System gewährleistet, dass immer ausreichend Fertigungsmaterial vorhanden ist, damit die Produktion nicht ins Stocken gerät.

Ein „Spitzen“ergebnis, das eigentlich nicht möglich ist

Werksbesichtigung bei Addi - Nadeln erhalten Spitzen werksbesichtigung bei addi Werksbesichtigung bei addi: Qualitätsnadeln - Made in Germany

Die Rohlinge erhalten ihre Spitzen – ein technisch eigentlich unmöglicher Vorgang.

In der lauten Produktionshalle erhalten die Rohlinge ihre Spitzen. Es ist ein ganz besonderes addi-System, um aus den Röhrchen in selbst konzipierten Maschinen, den sogenannten Reduziermaschinen,  gleichmäßige Spitzen zu fertigen. Thomas Selter erklärt, dass die Hersteller der Messingrohre das Fertigungsverfahren für unmöglich halten. Doch wir können uns von einem optimalen „Spitzen“ergebnis überzeugen.

Werksbesichtigung bei addi - Pickelspitze werksbesichtigung bei addi Werksbesichtigung bei addi: Qualitätsnadeln - Made in Germany

Die Grundform der Nadel ist fertig. Der Pickel, der die Spitze verschließt, muss noch entfernt werden.

Auf der anderen Seite wird das Rohr verjüngt, damit bei den Rundstricknadeln die Seile angebracht werden können. Nach der Herstellung der Grundform wird poliert. Dabei wird auch der kleine, scharfkantige Pickel an der Nadelspitze, der dafür sorgt, dass die Spitze geschlossen wird, glattgeschliffen.

Bei der Produktion ist Fingerspitzengefühl erforderlich

Während der einzelnen Produktionsabläufe fühlen die Mitarbeiter mit ihren Fingern immer wieder, ob es keine Unebenheiten mehr gibt oder ob Übergänge glatt sind. Andere kontrollieren mit Schieblehren die exakten Größen. So laufen ständig Qualitätskontrollen ab. Sobald festgestellt wird, dass es zu Toleranzen kommt, wird nachgearbeitet. Denn dem Firmeninhaber ist die Qualität der Strick- und Häkelnadeln sehr wichtig. Einwandfreie Werkzeuge stellen nämlich auch die Kunden zufrieden. Geringe Reklamationszahlen – wie uns Thomas Selter bestätigt – zeugen, dass das Konzept aufgeht.

Werksbesichtigung bei addi - Nacharbeitung von Hand werksbesichtigung bei addi Werksbesichtigung bei addi: Qualitätsnadeln - Made in Germany

Wenn die maschinelle Verknotung nicht zufriedenstellend funktioniert hat, wird manuell nachgearbeitet.

Maschinen – sinnvolle und wichtige Hilfen

Werksbesichtigung bei addi - Produktionshalle werksbesichtigung bei addi Werksbesichtigung bei addi: Qualitätsnadeln - Made in Germany

In der Produktionshalle ist es laut. Die dort arbeitenden Mitarbeiter tragen Gehörschutz.

Die Maschinen zur Produktion sind überwiegend Spezialanfertigungen, die es nicht einfach irgendwo zu kaufen gibt. Die Mitarbeiter tüfteln in der hauseigenen Werkstatt und fertigen bei Bedarf die notwendigen Maschinen selber an.

Werksbesichtigung bei addi - In Werkstatt werden neue Maschinen konzipiert werksbesichtigung bei addi Werksbesichtigung bei addi: Qualitätsnadeln - Made in Germany

In der Werkstatt wird wieder getüftelt.

Eine besondere Anlage ist die neue, computergesteuerte Galvanik-Anlage, mit der nickelfreie, ganz gleichmäßige Oberflächen der Weißbronzenadeln geschaffen werden. Hier können pro Jahr im Einschichtbetrieb auf einer Fläche von 160 qm 4 Millionen Spitzen vollautomatisch beschichtet werden. Vorher werden die Nadeln in Spezialmaschinen mit Keramikpellets noch einmal auf Hochglanz poliert.

Werksbesichtigung bei addi - Nadeln werden poliert werksbesichtigung bei addi Werksbesichtigung bei addi: Qualitätsnadeln - Made in Germany

Die Nadelspitzen erhalten den letzten Schliff.

Täglich wird bei addi Hochzeit gefeiert

Bei addi wird ständig Hochzeit gefeiert. So wird nämlich die Verknotung der Seile mit den Nadelspitzen genannt. In Handarbeit führen die Frauen zunächst die Nadelspitzen und dann die beiden Enden des Seiles in die Maschine. Schon kommt eine fertig montierte Rundstricknadel heraus. Jedesmal wird  überprüft, ob der Übergang von Seil zur Nadel gleichmäßig ist, so dass beim Stricken nichts hakt. An einer anderen Stelle werden die Seile mit Nadelstärke, Seillänge und der Angabe: addi – made in Germany aufgedruckt.

Werksbesichtigung bei addi - Hier findet die Hochzeit statt werksbesichtigung bei addi Werksbesichtigung bei addi: Qualitätsnadeln - Made in Germany

Nadeln und Seile feiern Hochzeit.

AddiClick-System braucht besondere Beachtung

Besondere Rundstricknadeln sind die addiClick-Nadeln. Die Strickerin kann mit diesem patentierten Stecksystem Nadelspitzen ruckzuck mit unterschiedlich langen Seilen kombinieren. Diese Nadeln müssen exakt zusammengesetzt werden, damit die Seile einwandfrei an die Spitzen geklickt werden können. Die Qualitätskontrolle übernimmt eine eigens dafür in der hauseigenen Werkstatt produzierte Maschine. Sie sortiert – wie bei Aschenputtel, die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen. Wie gesagt, Qualität ist bei addi das A und das O.

Werksbesichtigung bei addi - addiClick-Nadeln im Etui werksbesichtigung bei addi Werksbesichtigung bei addi: Qualitätsnadeln - Made in Germany

addiClicknadeln werden von Hand in das Etui einsortiert.

Heimarbeit – eine beliebte Beschäftigung

Die Verpackung übernehmen überwiegend Menschen aus der Umgebung in Heimarbeit. Abends holen sie sich die verschiedenen Verpackungsmaterialien und die Nadeln ab. Am nächsten Morgen liefern sie sie wieder im Lager ab.

Modernes Lager

Während der Werksbesichtigung bei addi führt uns Herr Selter auch in das moderne Lager. Es besteht aus fünf neun Meter hohen Liftregalen, den sogenannten Lean-Liften. Die auszuliefernden Stricknadeln  werden automatisch zu der ergonomisch gestalteten Bedienöffnung geliefert. Der Lagerarbeiter, die Lagerarbeiterin kann bequem die Waren heraussuchen. Er/sie muss nicht klettern, sich bücken oder strecken, um die jeweiligen Produkte zu erreichen.

Addi ist sich bewusst, dass die Firma ohne die Mitarbeiter nicht produzieren kann. Deshalb ist ein gesundes Arbeitsumfeld mit ein Bestandteil des umfangreichen Leitbildes der Firma.

addi – die große Familie

Addi ist ein Familienunternehmen. Wer mit Thomas Selter durch die Produktion läuft, hat das Gefühl, jeder Mitarbeiter gehört zur Familie. Mit allen wird ein freundliches Wort über die Arbeit gewechselt. Während unserer Werksbesichtigung bei addi wuselte er nett einer jungen Frau mit einer Haarfarbe im modernen Lavendelton über den Kopf und meinte mit einem Lächeln: „Dass sie für Farbe im Hause zuständig ist, zeigt sie wohl. Sie druckt nämlich mit einem Laserdrucker die Nadelgrößen auf unsere Verpackungskarten.“

Verantwortung für die Umwelt

Auch die Umwelt liegt der Firma addi am Herzen. Die bei der Produktion anfallenden Abwässer werden in einer besonderen Abwasseranlage zu Trinkwasserqualität gefiltert, wodurch Wasser eingespart werden kann.

Die Werksführung bei addi – perfekte Strick- und Häkelnadeln für uns!

Dass so viele einzelne Schritte zur Produktion von den Strick- und Häkelnadeln notwendig sind, hätte ich nicht gedacht. Ebenso hat mich gewundert, wie viel Handarbeit bei der Herstellung notwendig ist. Es ist schon toll, dass sagen zu können: Die addi-Stricknadeln sind zu 93 % in Deutschland gefertigt, nur 7 % der Artikel werden dazugekauft. Damit sorgt addi für ca. 100 Arbeitsplätze in Altena und zwar in einem fairen und gesunden Arbeitsumfeld. Das Qualitätsbewusstsein der addi-Mitarbeiter schafft perfekte Strick- und Häkelnadeln mit einwandfreien Übergängen, makellosen Oberflächen, flexiblen Seilen und glatten, leichten Spitzen –  f ü r   u n s .

Wir sollten uns dessen einfach hin und wieder einmal bewusst werden, wenn die Maschen wie von selbst über die Nadeln rutschen.


Lieber Herr Selter, liebe Frau Trinkaus, liebe Frau Kraft, vielen Dank dafür, dass Sie uns so freundlich empfangen und uns eine interessante Werksbesichtigung bei addi ermöglicht haben. 

Werksbesichtigung bei addi - Kunstwerk in der Verwaltung von addi werksbesichtigung bei addi Werksbesichtigung bei addi: Qualitätsnadeln - Made in Germany

Dieses Kunstwerk mit Namen „Applaus“  hat Thomas Selter in Berlin erworben. Es wurde vom israelischen Künstler Dodi Reifenberg aus gebrauchten Plastiktüten geschaffen und   hat nun einen dekorativen Platz im Treppenhaus der addi-Verwaltung gefunden.

 

 

ENDLICH

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